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Symptome eines Beckenorganprolaps bei Frauen, die schwere Gewichte zum Training heben: eine Querschnittserhebung

Einleitung und Hypothese: Ziel der Studie war es, die Prävalenz von Symptomen eines Beckenorganprolaps (POP), definiert als das Gefühl einer vaginalen Vorwölbung, und die damit verbundenen Risikofaktoren bei Frauen über 18 Jahren zu bestimmen, die leichte (≤15 kg), mittelschwere (16-50 kg) und schwere (>50 kg) Gewichte zum Sport heben, sowie bei Frauen, die keine Gewichte zum Sport heben.

Methoden: Die Frauen füllten eine Online-Umfrage über Risikofaktoren für Beckenbodendysfunktionen, körperliche Aktivität in der Vergangenheit und Beckenbodenbeschwerden aus. Eine Frage zum Gefühl einer vaginalen Vorwölbung aus dem validierten Pelvic Floor Distress Inventory (PFDI-20) wurde zur Angabe von POP-Symptomen verwendet. Die Zusammenhänge zwischen POP-Symptomen und möglichen Risikofaktoren wurden durch eine logistische Regressionsanalyse untersucht.

Ergebnisse: Von den 3.934 Umfrageteilnehmern lag die Gesamtprävalenz von POP-Symptomen bei 14,4 % (n = 566). Die Kategorie des gehobenen Gewichts, das Alter, die vaginale Parität, die Vorgeschichte von Verstopfung oder Hämorrhoiden und die Familienanamnese von POP waren signifikant mit den Symptomen verbunden. Körperlich aktive Frauen, die Gewichte ≤15 kg heben, berichteten mit größerer Wahrscheinlichkeit über Symptome eines Beckenorganprolaps als Frauen, die Gewichte über 50 kg heben (59,7 % gegenüber 15,2 %; bereinigtes Chancenverhältnis 2,1; 95 % Konfidenzintervall 1,7-3,4). Es gab keinen Zusammenhang zwischen POP-Symptomen und Body-Mass-Index, Zangengeburt, Kaiserschnitt, Hysterektomie oder Menopausenstatus.

Schlussfolgerung: Körperlich aktive Frauen, die zum Training schwere Gewichte heben, haben keine erhöhte Prävalenz von POP-Symptomen. Hinweise auf den Beitrag des Hebens schwerer Gewichte als Teil eines körperlichen Aktivitätsregimes zur Pathophysiologie der POP erfordern weitere Untersuchungen.